Mission

Jesus ist so anders

Der junge Mann lächelt mich an und sagt: „Ich komme aus Afghanistan.“ Er ist klein, ordentlich gekleidet, hat markante Gesichtszüge und dunkles, dichtes Haar. Er beginnt zu erzählen …

Ich bin in einem Jugendkreis in Süddeutschland und spreche über Berufung. Mitten zwischen den 25 jungen Christen sitzt Tamim (Name geändert) aus Afghanistan. Er strahlt. Es freut mich, wie gut er in der Gruppe angenommen ist. Sie kümmern sich, reden und lachen mit ihm. Versteht er etwas von meinem Vortrag nicht, dann erklärt ihm jemand leise das Gesagte noch einmal. Tamim ist aufmerksam dabei …

Nach dem Vortrag kommt er direkt auf mich zu und bedankt sich. Was er an diesem Abend über Jesus gehört hat, bewegt ihn sehr. Ich frage, wie es ihm in Deutschland geht. „Gut“, meint er, „ich bin gerne hier“. Tamim, der vor ein paar Monaten ins Land gekommen ist, redet schon erstaunlich gut Deutsch.

Er erzählt mir von seiner kranken Mutter in Afghanistan. Es tut ihm weh, dass er nicht bei ihr sein kann. Seine Augen füllen sich mit Tränen. Ich spreche ein kurzes Gebet für Mutter und Sohn.
Im weiteren Gespräch erfahre ich, dass er mit dem Islam abgeschlossen hat, weil die Taliban seinen Vater ermordet haben und er wegen ihnen fliehen musste. Diesem Glauben will er nicht angehören – ein Buch auf einer Sprache zu lesen, die er nicht kennt, sei nicht normal.
In die christliche Jugendgruppe gehe er gerne, weil ihn die Botschaft der Bibel interessiere und weil Christen ihm und seiner Familie in Afghanistan geholfen haben. „Ich will mehr über Jesus und die Bibel hören“, sagt er. „Jesus ist so anders, der liebt sogar seine Feinde! Deshalb bin ich hier …“ Außerdem hat Tamim in den jungen Christen neue Freunde gefunden.

Der Abend hat mich tief bewegt; besonders das Gespräch mit dem jungen Afghanen. Beim Thema „Berufung“ habe ich diesmal betont, wie Jesus durch Fakten und Geschehnisse beruft. Als Beispiel nannte ich nicht nur Missionspionier Hudson Taylor – sondern auch die große Zahl Flüchtlinge aus aller Welt, die jetzt in unser Land strömen. Ich erinnerte die jungen Leute an Matthäus 14,14: „Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen!“ Die jungen Christen dort wollen den neuen Flüchtlingen in ihrem Ort helfen, ihnen zu Freunden werden und von Jesus weitersagen. Es ist mein Gebet, das ihnen das weiter so gut gelingt …

Theo Volland, DMG-Redakteur

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